Dichterhäuser, Deutscher Taschenbuch Verlag 2003, München 3. Auflage 2004, 15 Euro, ISBN3-423-243-24362-7

Goethe wohnte erst bescheiden in seinem Haus an der Ilm, dann großzügig am Weimarer Frauenplan, Thomas Mann galt als hartnäckiger Villenbesitzer, Hermann Hesse liebte seinen Garten im schweizerischen Montagnola. Dichterhäuser: eine Rundreise. Kurz, pointiert und spannend schildert das Buch das Leben von Jean Paul in Bayreuth, der seinen Verehrerinnen Locken seines Pudels schickte, um nicht selbst kahl zu werden, spricht vom Boxfan Bertolt Brecht, der in Berlin inmitten von Biedermeiermöbeln wohnte oder geht so geheimnisvollen Fragen nach wie: Lagen in Schillers Schreibtisch zur Beflgelung der Phantasie faulende Äpfel? Trug Justinus Kerner eine Hornbrille zum Schutz vor Gewittern? Dichterhäusern von Husum bis Salzburg wird so Leben eingehaucht.


Dichterhäuser: Johann Wolfgang Goethe in Weimar - Friedrich Schiller in Weimar - Bertolt Brecht in Berlin - Theodor Storm in Husum - Thomas Mann in Lübeck - Annette von Droste-Hülshoff bei Münster - Christian Dietrich Grabbe in Detmold - E.T.A. Hoffmann in Bamberg - Jean Paul in Bayreuth - Marieluise Fleißer in Ingolstadt - Justinus Kerner in Weinsberg - Friedrich Hölderlin in Tübingen - Hermann Hesse in Montagnola - Georg Trakl in Salzburg

Lesung zum Buch: „Jean Paul. Weiber die Menge!“

Ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst „Schönste Bücher 2003“


Bayerischer Rundfunk: „Exzellent geschriebene Portraits. Braun ist ein Meister des knappen Stils: Kurze Sätze, Doppelpunkte, einzelne betonte Wörter. Langschweifigkeit, Germanistenprosa und Phrasen gibt es bei ihm nicht. Brauns Prosa hat einen eigenen, unverwechselbaren Sound. Sie ist höchst lesenswert.“

Salzburger Nachrichten: „Der Titel heißt bescheiden „Dichterhäuser“. Peter Braun interessiert sich für die Lebensumstände von deutschen Dichtern. Daraus wurde nicht etwa eine kleinkrämerische Beschreibung von Behausungen aus voyeuristischen Gründen. Peter Braun schrieb vielmehr eine Reihe kleiner Biographien, sehr kenntnisreich und in einem Stil, der das Lesen höchst angenehm macht. Keiner sage, er habe, was Braun schreibt, ohnehin schon alles gewußt.“

Allmagne d’aujourd’hui: „L’auteur conjuge avec bonheur les descriptions anecdotiques et les considérations sur la société environnante et la renommée.“

SWR 2: „Dichterhäuser, wir kennen das, die Denk-Schilder an der Fassade. Hier lebte und wirkte, hier schrieb und starb, hier kotzte Goethe. In südlichen Ländern sind diese Inschriften gern in Marmor gemeißelt und erinnern deshalb stark an Grabplatten. Was sie ja auch in gewisser Weise sind. Also Dichterhäuser und was sie für Leben und werk bedeuten. Eigentlich wenig, wie ja ein Schriftstellerleben als solches ziemlich langweilig ist, mit ein paar Ausnahmen, da nämlich, wo der Ort schon zu Lebzeiten auratisch war. Goethes Weimarer Haus am Frauenplan z.B. (gar nicht Schillers Haus um die Ecke, das ist bloß Museum). Oder Hölderlins Turm in Tübingen. Trotzdem schafft es der Autor und Journalist Peter Braun in dem Taschenbuch „Dichterhäuser“, Orte und Leben zusammenzubringen allein durch die Texte, pointierte Kurzbiographien, witzig und gescheit.“

Rheinischer Merkur: „Ähnlich der „Philosophischen Hintertreppe (Wilhelm Weischedel) nähert sich Peter Braun über Seitenwege und Alltagspfade dem Werk berühmter deutschsprachiger Dichter der vergangenen beiden Jahrhunderte. Braun „verortet“ buchstäblich die dichtenden Persönlichkeiten, indem er sie als Kinder in ihren elterlichen Wohnräumen aufsucht oder sie in ihre Wahlheimat begleitet. Die literarische „Tour de poètes“ führt den Leser über Anekdoten und biografische Notizen von Husum bis Montagnola und macht dabei an 28 Orten Station. Man begegnet nicht nur berühmten Lebenswelten wie denen der Dichtergrößen Goethe und Schiller in Weimar, sondern blickt auch in das erstaunlich biedermeierliche Wohnambiente Bertolt Brechts in Berlin, durchwandert beim Lesen die malerischen Schweizer Gärten Hermann Hesses und stattet dem einsamen, wasserumflossenen westfälischen Gräftenhof der Annette von Droste-Hülshoff nahe Münster einen Besuch ab. „Dichterhäuser“ regt zu literarischen Studienreisen an, die per Buch auch jederzeit vom Sofa aus unternommen werden können.“